Phosphatarme Ernährung: 5 Tipps, die jeder Dialysepatient kennen muss

Der Arzt hat beim Blick auf den Phosphat-Wert mahnend an die Einnahme der Phosphatbinder erinnert? Mit den folgenden 5 Tipps für eine phosphatarme Ernährung bekommen Sie Ihren Phosphat-Wert wieder in den Griff. Aber Achtung: Die Phosphatbinder sollten Sie dennoch nicht weglassen, denn Sie müssen Ihre Phosphat-Zufuhr auf maximal 1.400 Milligramm pro Tag drosseln. Das geht meist nur, wenn Sie eine entsprechende Ernährung einhalten und gleichzeitig Phosphatbinder einnehmen. Passend zu den Tipps finden Sie weiter unten auch Rezepte zu Gerichten mit wenig Phosphat zum Selberkochen.

Warum phosphatarme Ernährung wichtig ist

Zuviel Phosphat im Körper führt zur langsamen Entkalkung der Knochen, die dadurch brüchig werden. Das freigesetzte Kalzium verbindet sich außerdem mit dem überschüssigen Phosphat zu dem Salz Kaliumphosphat, das sich in den Blutgefäßen absetzt. Das kann dazu führen, dass ein Dialysepatient, der auf eine neue Niere wartet, am Ende nicht mehr transplantationsfähig ist, weil seine Blutgefäße verkalkt sind und die gespendete Niere daher nicht mehr angeschlossen werden kann. Aber auch wer nicht auf eine Transplantation hofft, sollte auf seine Ernährung achten. Denn verstopfte Blutgefäße erhöhen auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Tipp 1: Kein Eigelb verwenden

In Eiern ist sehr viel Eiweiß enthalten und für Dialysepatienten daher wichtig, weil für eine Ernährung mit viel Eiweiß gesorgt werden muss. Auf den Eidotter sollte dabei jedoch verzichtet werden, da er sehr viel Phosphat enthält. 110 Milligramm Phosphat hat das Eigelb, während im Eiweiß nur sieben Milligramm enthalten sind. Zwar ist im Dotter auch mehr Eiweiß, aber der Unterschied ist nicht so groß: Während 100 Gramm Eigelb zu 16 Prozent aus Eiweiß bestehen, sind es beim Eiweiß immerhin elf Prozent.

Tipp 2: Keine Fertiggerichte und Backmischungen

Phosphatzusätze in Lebensmitteln sollten Sie meiden wie der Teufel das Weihwasser. Alle Fertigprodukte, denen Phosphat zugesetzt wurde, sollten Sie ganz weglassen. Dazu gehören zum Beispiel Colagetränke, Schmelzkäse, Instantprodukte, Backmischungen usw. Phosphate dienen als Trennmittel, Emulgatoren und Säurestabilisatoren. Produkte mit diesen Zusätzen erkennt man an folgenden E-Nummern: E 338-341, E 343, E 450-452, E 1410, E 1412-1414, E 1442

Tipp 3: Wasser-Sahne-Gemisch statt Milch

Alle flüssigen Milchprodukte enthalten viel Phosphat im Verhältnis
zum Eiweiß. Deshalb sollten Sie pro Tag nicht mehr als 1/8 Liter Milch, Buttermilch oder Joghurt trinken oder essen. Statt Milch können Sie Sahne mit Wasser verdünnen. In der Regel mischt man ein Drittel Sahne mit zwei Drittel Wasser. Dieses Gemisch kann dann wie Milch verarbeitet werden, zum Beispiel für Pfannkuchen, Pudding, Kartoffelbrei usw. Zum Vergleich: 200 ml Milch haben 186 mg Phosphat, 200 ml Wasser-Sahne-Gemisch nur 42 mg. Eine andere Möglichkeit: Statt Kuhmilch kann Reismilch verwendet werden.

Tipp 4: Keine Innereien

Innereien enthalten oft sehr viel Phosphat und sind auch sehr kaliumreich. 100 Gramm Lammfleischleber haben zum Beispiel 364 mg Phosphat. 100 Gramm Rinderhirn kommen auf 366 mg. Daher sollten Dialysepatienten ihre Ernährung lieber ohne Innereien gestalten. Wer dennoch auf Kalbsleber oder Schweineniere nicht verzichten mag, sollte unbedingt daran denken, mindestens einen Phosphatbinder mehr als üblich zu nehmen.

Innereien (für 100g) Phosphat in mg
Hühnerherz 164
Hühnerleber 240
Lammfleischherz 160
Lammfleischhirn 305
Lammfleischleber 364
Lammfleischlunge 66
Kalbsherz 180
Kalbshirn 350
Kalbsleber 306
Kalbslunge 220
Kalbsniere 260

Tipp 5: Käse sorgsam auswählen

Phosphatreich sind vor allem Schmelzkäse wie Scheibletten, Kochkäse und Hartkäse. Wenn Sie bei Ihrer Ernährung nicht auf Käse verzichten möchten, sollten Sie zu phosphatärmeren Käsesorten wie Frischkäse, Camembert, Briekäse, Mozzarella, Harzer Roller und Limburger greifen.

Mit diesen 5 Tipps für eine phosphatärmere Ernährung sorgen Sie dafür, dass Ihr Kalzium-Phosphat-Haushalt im Gleichgewicht ist, Ihre Knochen nicht brüchig werden, Ihre Blutgefäße nicht verkalken und Sie dennoch ausreichend Eiweiß zu sich nehmen.